Historisches

Die Stampfermühle wurde im Jahre 1628 erbaut, 10 Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Einer Inschrift über der Eingangstür kann man folgendes entnehmen:

Diese Mill steht in Gottes handt
Bendem Jerg Stempfer ist es genannt.
der hat’ß Erbaut in diesem Jar wie Allesdrain
erschlagen War Als man zelt 1628 Jar

Laut der frühesten urkundlichen Erwähnung war der erste Besitzer oder Erbauer Jerg Stempfer. Dieser erwarb das Anwesen 1613 durch Kauf oder Einheirat. Er erbaute oder vergrößerte sie vermutlich im Jahre 1628. Durch ihn erhielt sie ihren Namen "Stampfermühle", der sich über die Jahrhunderte bis heute nicht veränderte. Später gehörte das Gebäude längere Zeit den Pettenkofer. Zuerst Michael Pettenkofer um 1693. Dann war es von 1707 bis 1737 im Besitz von Franz Pettenkofer, von dem es Georg Pettenkofer übernahm. Ein weiterer Pettenkofer, nämlich Sebastian Pettenkofer, war "Stampfermüller" von 1775 bis 1788.

Danach übernahm Johann Kobras, der sie vier Jahre später an Ulrich Pirkl sen. verkaufte. Dieser übergab sie im Jahr 1820 an seinen Sohn. Auf Ulrich Pirkl jun. und dessen Frau weist heute noch eine Inschrift an der Treppensäule im Hof aus dem Jahre 1835 hin.1870 ging das Mühlanwesen durch Kauf in den Besitz der Familie Plank über, die sie heute noch besitzt. Der Urgroßvater der heutigen Besitzerin, Michael Plank, war auf der Mühle bis 1901 tätig. Ihm folgten als Müller der Großvater und Vater der heutigen Besitzerin. Michael Plank, der letzte Müller, übernahm die Mühle kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1938. In früheren Jahren wurden in der Stampfermühle vor allem Getreide gemahlen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch Gips gemahlen, der zum Düngen benutzt wurde. Während ein großes Wasserrad die Getreidemühle antrieb, wurde die Gipsmühle durch ein kleineres in Bewegung gehalten. Die Mühlräder waren bis auf wenige Ausnahmen jahraus, jahrein in Betrieb, am Tag und in der Nacht. sie standen nur an den höchsten Feiertagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten still.

Während des 2. Weltkrieges war die Mühle geschlossen, nach Kriegsende wurde der Mahlbetrieb wieder aufgenommen, bis er 1953 endgültig eingestellt wurde.

Aufregende Ereignisse waren es immer, wenn das Hochwasser der Sulz Berching heimsuchte, in der Regel im Februar nach der Schneeschmelze. Es erreichte 1902 eine Höhe von 1,35 Meter, im Jahre 1909 sogar 1,83 Meter. Seit der Regulierung der Sulz 1920 besteht diese Gefahr nicht mehr.

Ein weiteres Ereignis war ein Brand am 4. Oktober 1918. dem die gesamte Scheune (heute Küche und Fremdenzimmer) zum Opfer fiel. 1920 wurde dieses Gebäude wieder aufgebaut. 1982 übergab Michael Plank die Mühle an die heutige Besitzerin, seine Tochter Johanna Hufnagl.

Im April 1998 konnte mit den Umbaumaßnahmen zu einem gastronomischen Betrieb begonnen werden, welche im Sommer 2001 beendet waren.

Die alte Mühle Die alte Mühle
Die Stampfermühle heute Die Stampfermühle heute